Mit „Juwelen“ gegen den Reismangel

 

Die Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe stellte 210.000 Euro für das Projekt “Kartoffelanbau zur Verbesserung der Ernährungslage in Nordkorea“ zur Verfügung, das im Frühjahr 2012 von der Deutschen Welthungerhilfe durchgeführt wurde. Aus Haushaltsresten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit für die am Jahresende ein gutes Projekt gesucht wurde, konnte die Liefermenge von geplanten gut 200 Tonnen auf rund 500 Tonnen erhöht werden.

 

Der zusätzliche Bau von 2 Modell-Kartoffellagern mit einer Kapazität für 200-300t Saatkartoffeln für das nächste Frühjahr ist ebenfalls geplant. “Mit den Frühkartoffeln wollen wir der nordkoreanischen Bevölkerung helfen, eine kritische Versorgungslage im Frühjahr auszugleichen”, erläutert der Projektverantwortliche der WHH Karl Fall. Der Ingenieur aus Ingolstadt lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Kordkorea.

Nordkorea kann nur ein Fünftel seiner Fläche landwirtschaftlich nutzen und davon sind längst nicht alle Gebiete für den Nassreisbau geeignet. Wenn im September die Ernte beginnt sind zwar die Lager bald gefüllt, “aber so ab Mai, Juni kann es regional schon recht ernst werden”, berichtet Fall. Maximal 90 Tage bis zur Erntereife, hoher Ertrag, guter Geschmack und Lagerfähigkeit. Die Sorte „Juwel“ vereint alle diese Kriterien, als Früh-Saat können die Kartoffeln bereits ab Mai geerntet werden. Aus 500 Tonnen Saatgut, sollen 15.000 Tonnen Speisekartoffeln werden. Zehn Prozent hieraus werden als Saatgut für das kommende Jahr eingeplant.

 

Das Projekt ist anschließend um eine Komponente – Folien für die Anzucht von Reissetzlingen – erweitert worden. Für die Kultivierung von Reis ist Frühbeetfolie essentiell, da Reis eine Temperatur von 18 Grad benötigt, um auszukeimen. Bei der Anzucht von Reissetzlingen kann die Folie eine höhere Temperatur auf den Frühbeeten garantieren und damit sicherstellen, dass Mitte Mai die Reissetzlinge ausgepflanzt werden können. Dafür stellte die Stiftung weitere 10.000 Euro zur Verfügung.

 

Die Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Berlin und München, auf deren Bemühungen die Koreastiftung aufbaut und deren Engagement in und für Korea in der selbstständigen Stiftung gebündelt und erweitert werden soll.

 

Weitere Informationen unter:

http://www.welthungerhilfe.de/informieren/projekte/projekt/nahrungsqualitaet-in-nordkorea.html#!/

 

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